Der 27. Januar ist einer der Tage, die in Deutschland zwar ein Recht darauf hätten ein würdiges Gedenken zu erfahren aber gegenwärtig im Land der Erinnerungsweltmeister noch immer stark vernachlässigt werden – wen wundert’s! Statt an die Befreiung des KZ Auschwitz 1945 durch die Rote Armee zu erinnern setzt auch in Gießen alljährlich einen Monat früher, Anfang Dezember, das Bombengeheul ein und ein trauriger Haufen Deutscher Opfer versammelt sich auf dem Kirchplatz um den deutschen Toten der Bombenangriffe zu gedenken.
Das dies die realpolitische Realität ist sollte uns nicht stören, zumindest nicht mehr als es die bloße Existenz Deutschlands ohne hin schon tut. So liegt es einmal mehr an antifaschistischen Individuen und Initiativen an diesen Tag zu erinnern.Die Demokratische Linke hat sich der Sache in diesem Jahr angenommen und eine Ausstellung zum Mädchen-Konzentrationslager Uckermark nach Gießen geholt. Die Ausstellung ist derzeit am Philosophikum II in den Räumen der Fachschaft Gesellschaftswissenschaften, Raum E 19a, zu sehen und bleibt dort noch bis zu eben jenem 27.1.
Leider scheint dies jedoch die einzige Initiative in Gießen mit Bezug auf den 27.1. zu sein. Im AK44 überlässt man stattdessen den sexistischen „Dobra Ost“-Leuten die Räume. Bleibt zu hoffen, dass nicht versäumt wird zumindest auf das besondere Datum hinzuweisen. Ob es passend ist am 27.1. das Polka-Bein zu schwingen sollte dann jede*r für sich entscheiden.
In Gedenken an die Opfer der Shoah. Deutschland auflösen.
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